08.05.2010

Petzschner verpasst Finaleinzug

Philipp Petzschner bedauert die verpasste Chance, in Kohlis Fußstapfen zu treten.

 

Aller guten Dinge sind drei? Mikhail Youzhny hätte nichts dagegen. Nach seinem Sieg gegen Philipp Petzschner (7:5, 7:6) steht der Russe zum dritten Mal in Folge im Finale der BMW Open by FWU Retakaful. Gegner am Sonntag (15 Uhr) wird Marin Cilic aus Kroatien sein, der auch beim Erfolg gegen Marcos Baghdatis (3:6, 6:2, 6:3) Ausdauer und Konzentration bis zum Schluss zeigte.

Für das Vergnügen, den Ballwechsel des Turniers gewonnen zu haben, konnte sich Philipp Petzschner am Ende nichts kaufen. Er war maßlos enttäuscht nach der Niederlage im Halbfinale; zu gern hätte er sich dem Turnier als deutscher Finalist präsentiert, zu gern hätte er wie Philipp Kohlschreiber vor drei Jahren den Titel und das BMW 325i Cabrio gewonnen. Aber, so meinte er hinterher, vielleicht sei es eben dieser starke Wunsch gewesen, der dem Erfolg im Weg gestanden habe.

Über weite Strecken der Partie war kein Leistungs-Unterschied zwischen dem 15. und dem 45. der Weltrangliste zu erkennen, bis auf einen: In entscheidenden Momenten leistete sich der Bayreuther Fehler, Youzhny dagegen war offensichtlich durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Bezeichnend war es, wie er die Erschöpfung jenes sensationellen Ballwechsels wegsteckte, den Petzschner beim Stand von 5:6 im zweiten Satz zum Einstand gewonnen hatte, und wie er wenig später den Tiebreak und damit das Spiel gewann.

Wie sehr er sich unter Druck gesetzt hatte, das konnte Petzschner nach dem Ende erkennen. Er selbst glaubte, es sei kein besonders gutes Spiel gewesen, als er dann aber in die Kabine kam, bekam er von allen Seiten zu hören, wie gut es vor allem im zweiten Satz gewesen sei. „Schade“, meinte er, „dass ich daraus kein Kapital schlagen konnte.“

Die Liebesgeschichte des Siegers mit den BMW Open by FWU Retakaful geht also weiter, und eigentlich müsste auf dem am Rande des Centre Courts präsentierten BMW 325i Cabrio längst ein Schild mit der Aufschrift stehen: Reserviert für Mikhail Youzhny. Aber Geschenke werden nicht verteilt, schon gar nicht von Cilic. Der gewann am Samstag zum dritten Mal in Folge ein Spiel in drei Sätzen und bewies dabei, warum er in der Weltrangliste auf Platz 11 steht.

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