26.04.2011

Sechs deutsche Spieler im Achtelfinale

Haas scheitert im Doppel – aber er fühlt sich gerüstet für kommende Aufgaben

 

So einen Tag muss Turnierdirektor Patrik Kühnen im Sinn gehabt haben, als er vor ein paar Wochen ankündigte, das gesamte deutsche Davis-Cup-Team werde bei den BMW Open bei FWU Takaful spielen. Die neue deutsche Nummer eins, Florian Mayer, legte vor, Philipp Petzschner und Philipp Kohlschreiber folgten, und ohne Satzverlust landete das Trio in Runde zwei. Für die Überraschung des Tages sorgte der Deutsch-Jamaikaner Dustin  Brown, der die Nummer zwei des Turniers, Stanislas Wawrinka aus der Schweiz, besiegte.

 

Florian Mayer spielte von Anfang bis Ende beim 6:1, 6:2 gegen den belgischen Qualifikanten Steve Darcis überzeugend, und es gab schon nach einer halben Stunde kaum noch einen Zweifel, dass ihn dieser Auftritt im vierten Anlauf zum ersten Sieg auf der idyllischen Anlage des MTTC Iphitos führen würde. Hinterher meinte er, nun sei er offensichtlich bereit für München und er freue sich auf die nächste Aufgabe in Runde zwei gegen Teymuraz Gabashvili. Der Russe gewann am Dienstag gegen Rainer Schüttler, der einen Tag nach seinem 35. Geburtstag auf einem guten Weg zu sein schien, als er den ersten Satz gewann, doch nachdem er den zweiten unglücklich verloren hatte, setzte sich Gabashvili am Ende klar durch.

 

Philipp Petzschner gab von Anfang an reichlich Gas gegen den Kroaten Ivan Dodig, gewann den ersten Satz schnell und souverän 6:1 und hatte die Dinge auch nach einer leichten Unsicherheit am Ende wieder im Griff beim 6:4 in Satz Nummer zwei. Mitt-woch in Runde zwei wird er nun gegen Titelverteidiger Mikhail Youzhny spielen – mit doppelter Motivation. Im vergangenen Jahr hatte er im Halbfinale an gleicher Stelle nur knapp gegen den Russen verloren, und deshalb sagt er: „Ich habe da noch eine schöne Rechnung mit ihm offen.“

 

Philipp Kohlschreiber  brauchte zehn Minuten, bis er herausfand, was der Mann auf der anderen Seite zu bieten hatte, der kaum bekannte Qualifikant Robert Farah aus Kolumbien. Danach ging alles recht schnell, der Augsburger gewann völlig verdient 6:3, 6:1 und wird nun in Runde zwei gegen einen Gegner spielen, den er definitiv besser kennt als Farah – den deutschen Kollegen Denis Gremelmayr. Der nutzte seine Chance, nachdem er als so genannter Lucky Loser für den erkrankten Finnen Jarkko Nieminen im Hauptfeld gelandet war, und besiegte den Niederländer Robin Haase 6:4, 4:6, 6:4. 

 

Aber den Knüller des Tages lieferte ohne Frage Dustin Brown. Mit seiner unkonventionellen Spielweise brachte er Stanislas Wawrinka zur Begeisterung der Zuschauer auf den voll besetzten Tribünen an Platz 4 aus dem Konzept. Gegen die Nummer 14 der Weltrangliste blieb er seinem Konzept bis zum Ende treu, ließ sich auch vom Verlust des ersten Satzes im Tiebreak nicht aufhalten und gewann am Ende 6:7, 6:4, 7:5.  Hinterher meinte er, das sei definitiv einer der besten Siege seiner Karriere gewesen.

 

Für Tommy Haas endete die Rückkehr nach 14 Monaten Pause zwar schon nach dem ersten Auftritt im Doppel mit dem Tschechen Radek Stepanek, aber die Niederlage gegen die schwedisch-australische Kombination Aspelin/Hanley änderte nichts an seinem Plan, demnächst mit voller Energie auch im Einzel wieder anzugreifen. „Es war eine schöne Erfahrung, wieder dabei zu sein“, sagte er, „und es war ein guter Schritt voran.“

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28.04. - 06.05.2012

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